Eigenleistungen beim Ausbauhaus: Was kann man selber machen?

Um Geld zu sparen, sind Eigenleistungen perfekt. Teure und teils unzuverlässige Handwerker, welche mitunter einen großen Aufwand an Koordination benötigen, kann man damit reduzieren. Eigenleistungen beim Ausbauhaus gehören in diesem Bereich fast an die Tagesordnung. Je nach Ausbaustufe beim Haus gibt es mehr oder weniger Freiraum für Eigenleistungen. In diesem Beitrag geht es um unsere Erfahrungen beim Hausbau und Ausbau unseres Fertighauses.

Viele Anbieter von sogenannten Ausbauhäusern bieten verschiedene Ausbaustufen in vielen Abstufungen an. Von der reinen Haushülle exklusive Bodenplatte bis hin zum malerfertigen Haus ist alles dabei. Je nach eigenem Geschick und Können oder das der Freunde und Bekannten kann man sich das Traumhaus kostengünstig selbst zusammen- und fertigstellen.

Eigenleistungen beim Ausbauhaus: Das Baukastenprinzip

Unsere Erfahrungen beruhen sich auf unseren gewählten Anbieter Massa Haus. Nach unserem Wissen, welches sich auf den Stand Sommer 2021 bezieht, gibt es auch hier viele Möglichkeiten selbst Hand anzulegen oder die Gewerke in eigener Regie zu vergeben. Uns war von Anfang an klar, dass wir relativ wenig selbst machen möchten/können und fachliche Unterstützung benötigen. Der Verkaufsberater war sehr früh sehr offen und hat uns die verschiedenen Ausbaustufen erklärt und vor allem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis dazu erläutert.

Die einzelnen Bestandteile wurden uns wie folgt erläutert:

  • Bodenplatte
  • Haushülle inklusive Dach, Fenstern, Außendämmung und Außenputz
  • reines Material für Dämmung und Beplankung der Innenwände und Decken
  • Technikpaket inklusive Elektroroh- und fertigmontage und Treppe
  • Sanitärpaket = Sanitärrohmontage aller Anschlüsse im Haus
  • Heizungspaket inklusive Montage und Belüftungsanlage
  • Vermessungsleistungen und Schnurgerüst
  • Fast-Fertig-Option mit Trockenbauleistungen bis zum Wandbelag

Diese Punkte kann man nach unserem Wissensstand also abwählen oder dazu buchen. Wer also beispielsweise mit Freunden oder der Familie viel mit anpacken kann und natürlich bei gewissen Punkten auch Know-How mitbringt, kann sich viel Geld sparen. Auch die reine Beschaffung des Materialpaketes rund um die Dämmung und Beplankung kann natürlich Geld einsparen. Je nach aktueller Material- und Preislage kann die Sicherung des Preises hingegen auch von Vorteil sein.

Material und Arbeitsleistung: Vergleichen lohnt sich

Wir haben beispielsweise im Sommer 2021 unterschrieben und konnten uns damit die zu dieser Zeit geltenden Preise sichern. Ein Jahr später kurz nach Hausstellung wurde das benötigte Material quasi automatisch geliefert. Dabei konnten wir sichergehen, dass die Beschaffenheit, beispielsweise bezüglich der Dämmwerte und auch die Menge abgestimmt auf die Hausgröße passt. Neben Rigipsplatten, Fermacellplatten, Dämmwolle in verschiedenen Ausführungen und Dampfbremsfolie waren rund 30.000 Schrauben dabei, sodass man direkt loslegen konnte.

Die erste Aufgabe nach der Hausstellung fiel in unserem Fall auf die Elektriker. Die Rohmontage der Leitungen sollte bei möglichst leerem Haus erfolgen und ist daher auch Schritt eins. Liegen die Kabel, dann kann die Dämmwolle eingebracht werden. Dies ist die erste Aufgabe, die auch Laien gut handhaben können. Eine ausführliche Ausbauanleitung gibt natürlich alle wichtigen Infos und einige Tipps mit an die Hand.

Das Verschließen der Wände erfordert kräftige Hände oder einen praktischen Plattenheber. Am besten sind mehrer Personen, da die großen Platten zwar nicht schwer, aber sehr unhandlich sind. Auch hier kann wenig falsch gemacht werden und Heimwerker schaffen dies gut. Die Sanitärrohmontage ist der nächste Schritt und kann mitgebucht oder selbst vergeben werden. Auch das folgende Einbringen des Estrichs ist in Profihänden gut aufgehoben.

Laie oder Profi? Es kommt auf die Arbeit an

Spachteln der Fugen und Stöße sowie das Schleifen dergleichen geht mit professionellem Equipment leichter, kann jedoch auch von Laien ausgeführt werden. Diese Arbeit kostet viel Zeit und deshalb sind helfende Hände sicher gern gesehen. Ebenso verhält es sich aufgrund der großen Flächen bei den finalen Wandbelägen. Ob Tapete, Putz oder schlichtes Malervlies, die Wand- und Deckenflächen sind nicht zu unterschätzen. Das Verlegen des Bodens ist je nach Belag auch in Eigenregie machbar. Vinyl- oder Designbelag sind Heimwerker freundlich. Das Verkleben von Parkett hingegen erfordert auch viel Erfahrung und Wissen.

Die Eigenleistungen beim Ausbauhaus hängen natürlich noch von vielen weiteren Faktoren ab. Beispielsweise mit wie viel Unterstützung man von Freunden und Familie rechnen kann. Im Alleingang als kleine Familie kann diese Phase sonst auch zur Zerreißprobe werden. Im gleichen Zuge ist der Faktor Zeit zu betrachten. Wie viel Zeit kann man auf der Baustelle verbringen bzw. was lassen die familiären und beruflichen Umstände zu? Des Weiteren sollte man die eigenen Fähigkeiten realistisch betrachten. Ebenso ist nämlich um den Ausbau herum auch viel zu organisieren und zu koordinieren.

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